Konditionierung oder Erziehung ohne Bestechung?

Konditionierung bedeutet grundsätzlich, daß eine Verknüpfung hergestellt wird. Konditionierung an sich findet laufend auch unter Menschen statt, ein klassischer Lernprozess wie „Wenn- dann- Verknüpfungen“ oder Vokabeln lernen; dazu gehören auch anerzogene soziale Verhaltensweisen.

So auch bei Hunden: Zum Beispiel, dass zu einem bestimmten Kommando eine bestimmte Handlung gehört.

Und dann gibt es auch die sogenannte operante oder instrumentelle Konditionierung. Sie arbeitet mit Belohnung und Bestrafung.

Bei beiden Arten von Konditionierung geht es darum, Verhalten zu formen. Der Unterschied liegt in der Begründung, warum man etwas tut.

Innerhalb einer sozialen Beziehung handelt man (der Hund, das gilt aber im Grunde genauso für Menschen!), weil man die Autorität des Ranghöheren anerkennt, aus der Bindung (Freundschaft, Liebe, etc.) heraus, oder weil das die gesellschaftlichen Normen sind. Dazu der Gegensatz, etwas nur wegen einer in Aussicht gestellten Belohnung (oder Bestrafung) zu tun – z. B. helfe ich bei einem Umzug, um einem Freund zu helfen oder weil ich dafür bezahlt werde?

Durch die „Belohnung“ wird dem Hund der soziale Aspekt, der eigentliche Inhalt seines Tuns genommen: er handelt dann nur noch für diese Belohnung, das Futter, das Spielzeug. Er kann nicht mehr für die Gemeinschaft handeln – er steht (sozial gesehen) alleine mit dem Leckerli-Beutel da.

Das Gefüttert-Werden gibt es für Hunde nur als sehr junge Welpen, wenn sie gesäugt werden oder Futterbrei von den Eltern vorverdaut bekommen. Ab dem Zeitpunkt, wo ein Hund selbst fressen und verdauen kann, gibt es in der Natur nur noch eine Freigabe von Beute/ Futter für ihn.

Biologisches Argument gegen das Geben von Leckerlis: Körperlich betrachtet ist der Hund ein Schlingfresser, der durch die Großwildjagd im Rudel einige Male in der Woche große Mengen Futter erbeutet. Darauf ist auch seine Verdauung ausgerichtet. Bei der Information „Futter“ produziert ein Hund jedesmal eine große Menge Magensäure, um eine erwartete große Menge Futter zu verdauen. Wenn dann nur ein kleiner Brocken kommt, das aber ständig, übersäuert er, und es können Magenprobleme oder Unverträglichkeiten entstehen.